B Ä H N D L E R - R Ö V Ü

Nr. 85 | September 2017
Die Mitarbeiterzeitschrift der Jungfraubahnen

Neue Flug-Attraktion

First Glider eröffnet
Zusätzliches
Text- und Bildmaterial
im Intranet
jungfrau.ch / br
Top4 – das neue Saison-Abo
666 Pistenkilometer für CHF 666.–
Neuer Pavillon auf dem Harder eröffnet
135 Sitzplätze und zwei Panoramafassaden
Der Zug im Zug
WAB entwickelt innovatives Beladungssystem
Grüsse aus der Küche:
Neuausrichtung der Gastronomie
Schon vor dem Final war klar: Ein Team der
BOB wird Schweizermeister.
Impressum
Redaktion:
Markus Balmer (bama), Marco Luggen (luma), Manuela Zurschmiede (zuma), Patrizia Bickel (bipa), Andreas Piattini (pian), Christoph Schläppi (slcr), Liliane Schmocker (smli),
Daniela Roth (roda), Bähndler-Rövü, Harderstrasse 14, CH-3800 Interlaken, Tel. +41 33 828 71 11, Fax +41 33 828 72 64.
Erscheint:
dreimal jährlich.
Auflage:
1600 Exemplare.
Redaktionsschluss
für die Nummer 86: 13. November 2017.
Titelbild:
First-Glider zwischen First und Schreckfeld
INHALT
Die fleissigen Heinzelmännchen von Lauter-
brunnen sind Tag und Nacht im Einsatz.

Inhalt

AKTUELLES
Lernende im Intranet
4
Top4 – Das neue Saison-Abo: 666 Pistenkilometer für CHF 666.– 5
Neuer Pavillon auf dem Harder Kulm eröffnet
6
Neue Flug-Attraktion auf First
7
Trends richtig abschätzen
8
Grüsse aus der Küche
10
Erneuerungen beim Snow Fun Park – Top of Europe
11
Drei Neue und ein Rückkehrer
12
Neuorganisation – Der Dialog ist das Wichtigste
13
PROJEKTE
Optimale Linienführung der V-Bahn
14
WAB entwickelt modulares Konzept
16
Der Zug im Zug
17
Neues Zeit- und Leistungserfassungssystem
19
EVENTS
Movie-Nights zum Sechsten
20
HR-NEWS
Teilrevision AZG
21
Neuer Ausbildungsberuf
21
WIR BÄHNDLER
Die Sportsektion BOB ist Unihockey-Schweizermeister
22
Am zweiten Tag aufs Joch
23
Meine erste Woche
23
Vom sportlichen Hausabwart zum erfolgreichen Unternehmer
24
Die Heinzelmännchen von Lauterbrunnen
26
Jubilare 28
Mutationen 28
Bravo!
29
MARKTPLATZ
|
AGENDA
Marktplatz 30
Wettbewerb 30
Bähndler-Rezept 30
Humor / Tweet!
31
Agenda 31
Ergänzende Informationen
Im Intranet finden Sie ergänzende Informationen (Texte, Grafiken, Bilder usw.)
zu den Artikeln mit dem untenstehenden Logo:
Zu finden sind die ergänzenden Informationen unter:

10

22

26

jungfrau.ch / br
MEHR
INFOS
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
3
Liebe Eisenbahnerinnen,
liebe Eisenbahner
Als Leiter der BOB kann ich auf sehr he-
rausfordernde Zeiten zurückblicken. Diverse
Grossprojekte wie der Ausbau der Werkstätte
oder die Beschaffung des neuen Rollmaterials
waren neben dem laufenden Betrieb abzuwi-
ckeln. Dank dem grossen Einsatz des gesam-
ten Teams konnten diese Herausforderungen
erfolgreich bewältigt werden. Es gilt nun, noch
Kinderkrankheiten an den neuen Fahrzeugen
zu beheben und bis Ende 2018 das Reserve-
material technisch nachzurüsten, damit diese
mit den neuen Fahrzeugen in Vielfachsteue-
rung verkehren können.
Ab dem 10. Dezember 2017 wird die Ent-
wicklung der BOB einen weiteren Meilenstein
erreichen. Erstmals in ihrer Geschichte wird
die Talbahn das ganze Jahr im Halbstunden-
takt verkehren. Dadurch profitieren unsere
Gäste vom durchgehenden Halbstundentakt
zwischen Interlaken Ost und Jungfraujoch. Bei
der BOB wird es erstmals keine Verkehrspe-
rioden mehr geben, was den Fahrplan stark
vereinfacht. Täglich werden in Interlaken Ost
sämtliche Intercity-Züge einen Anschluss von
und nach der BOB erhalten. Von diesem An-
gebotsausbau profitieren insbesondere auch
unsere einheimischen Fahrgäste.
Die BOB hat in den vergangenen Jahren be-
reits eine beeindruckende Entwicklung hinter
sich. 2003 betrug der Verkehrsertrag CHF
7.6 Mio., 2016 CHF 12.4 Mio. Dies obwohl
der Wintersportverkehr in den letzten Jahren
rückläufig war. Die BOB profitiert stark von
der positiven Entwicklung des Jungfraujochs
– Top of Europe. Neben dem Ertrag konnte
auch die Leistung laufend gesteigert werden.
2018 wird die BOB rund 775 000 Zugkilome-
ter zurücklegen. Im Jahr 2003 waren es noch
deren 524 000. Dies entspricht einem Ange-
botsausbau von knapp 50 % innerhalb von
15 Jahren, während der Personalbestand in
der gleichen Zeit um 10 % reduziert wurde.
Das wiederum ergibt eine Produktivitätsstei-
gerung von 64 %! Auch der Steuerzahler pro-
fitiert von dieser Entwicklung. Trotz dem mas-
siven Angebotsausbau konnte die Abgeltung
durch Bund und Kanton im selben Betrach-
tungszeitraum um gut CHF 0.8 Mio. reduziert
werden. Mit einem Kostendeckungsgrad von
82 % im regionalen Personenverkehr 2016
liegt die BOB vor erfolgreichen Agglomerati-
onsbahnen wie dem RBS mit 72 % und belegt
schweizweit einen Spitzenplatz.
Ausruhen auf diesen Erfolgen dürfen wir uns
nicht. Die Abschreibungen auf dem neuen
Rollmaterial und der ausgebauten Werkstätte
belasten die künftigen Erfolgsrechnungen.
Diese zusätzlichen Kosten sind zu kompen-
sieren. Mit der Vielfachsteuerung der neuen
Fahrzeuge und der Umsetzung der Projekte
«Zentrale Leitstelle» und «Durchgehende
Zugbegleitung» wird die Produktivität der
BOB weiter gesteigert. Mit der hoffentlich
baldigen Inbetriebnahme der V-Bahn und
der Haltestelle Rothenegg kann die BOB
aber auch auf der Ertragsseite positiv in die
Zukunft blicken. Das Rollmaterial ist da, wir
sind bereit.
Ende Jahr darf ich die Leitung der BOB an
Thomas Aebischer übergeben. Ich danke dem
BOB-Team für die tolle Arbeit und die Un-
terstützung in den vergangenen Jahren und
wünsche Thomas viel Erfolg in seiner neuen
Aufgabe.

Editorial

Stefan Würgler
Leiter Betrieb
Von diesem
Angebotsausbau
profitieren
insbesondere auch
unsere einheimischen
Fahrgäste.
Dank dem grossen
Einsatz des gesamten
Teams konnten
diese
Herausforderungen
erfolgreich bewältigt
werden.
3
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
4

Lernende im Intranet

Seit einem Jahr nutzen wir mit den Lernenden die MySite und den Team-Workspace
«Lernende» im Intranet. Wir haben mit Pascal Ganzoni, KV-Lernender im 3. Lehrjahr,
über seine Erfahrungen im Intranet der Jungfraubahnen mit der MySite und dem Team-
Workspace Lernende gesprochen und dabei erfragt, wie Pascal die elektronischen
Medien in Zusammenhang mit der Ausbildung nutzt.
Mit der MySite kann man persönliche Daten im
Intranet speichern und diese auch ausgewähl
-
ten Intranet-Benutzern zugänglich machen. So
können einerseits die Lernenden Zugriff auf ihre
Daten von überall her erlangen und Daten mit
den wechselnden Berufsbildnern und dem HR
austauschen. Im Team-Workspace «Lernende»
haben die Lernenden und zugriffsberechtigten
Verantwortlichen einen gemeinsamen Bereich,
in welchem sie Informationen austauschen
können, z.B. findet man eine Agenda mit den
Terminen oder das Absenzen-Formular.
Daniel Steinmann:
Schlichte Frage: War es
einfach?
Pascal Ganzoni:
Ja, es war einfach. Ich habe
die MySite ohne grosse Schwierigkeiten nutzen
können. Ich lade die ALS und Lerndokus einfach
hoch und kann sie freigeben für Sarah Bieri vom
HR und die jeweiligen Berufsbildner.
Daniel:
Nutzt du die MySite auch für andere
Daten?
Pascal:
Eigentlich nicht oder ganz selten, da
habe ich eigentlich keinen Bedarf. Privat arbeite
ich viel mit Fotos und da nutze ich externe Fest-
platten. Dann habe ich eigentlich immer einen
USB-Stick im Rucksack dabei für den Daten
-
transport, das ist immer noch am einfachsten.
Mit der Berufsschule nutzen wir OneDrive, da-
mit können wir überall zugreifen und arbeiten
damit immer mit der aktuellsten Version. Früher
haben wir in der Berufsschule viel mit E-Mail
und Stick gearbeitet, da war man sich nie sicher,
ob man die richtige Version hat, und das Hand-
ling war von vorgestern.
Daniel:
Nutzt du die MySite und das Intranet
auch von extern?
Pascal:
Ja klar, nicht unbedingt regelmässig,
aber ich habe auch schon von zuhause aus auf
die MySite und vor allem auf das Intranet zu
-
gegriffen.
Daniel:
Gab es auch Probleme mit der MySite?
Pascal:
Wir Lernenden sind z.B. am Bahnhof
-
schalter nicht mit dem persönlichen Benutzer
-
namen am Computer angemeldet, sondern mit
einem Kassen-Benutzerzugang. Damit wird die
Anmeldung etwas schwieriger, weil man sich
am Intranet speziell anmelden muss, mit Shift
+ rechter Maustaste und dann mit dem persön-
lichen Benutzernamen. Wenn man am Schalter
arbeitet, fehlt halt manchmal leider die Zeit.
Daniel:
Was findest du gut?
Pascal:
Die Datenablage ist von überall her
zugänglich; vorher mit dem Z:\ Netz-Laufwerk
war der Zugriff sehr mühsam und von ausser
-
halb des Jungfraubahnen-Netzwerks gar nicht
möglich.
Daniel:
Siehst Du Verbesserungsmöglichkeiten?
Pascal:
Ja, das mit der Anmeldung sollte unbe-
dingt verbessert werden, insbesondere der Zu-
griff auf das Absenzen-Formular, welches man
schnell zur Hand haben sollte, ist schlecht. Da
haben mich schon etliche Male Lernende-Kolle-
ginnen und -Kollegen kontaktiert und nach dem
Formular gefragt. Manchmal senden wir es uns
dann einfach per E-Mail zu. Die Kassen-PCs
sollten schon mit der persönlichen Anmeldung
funktionieren, dann wäre alles viel einfacher
und effizienter.
Etwas kommt mir da noch in den Sinn: Unsere
Lerndokumentationen müssen immer von den
Lernenden und den Berufsbildnern unterschrie-
ben werden. Je nachdem werden sie also extra
zweimal zum Unterschreiben ausgedruckt und
Ich lade die ALS
und Lerndokus einfach
hoch und kann sie
freigeben für die
jeweiligen
Berufsbildner.
AKTUELLES
Team-Workspace im Intranet
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
5
5
AKTUELLES

Top4 – Das neue Saison-Abo:

666 Pistenkilometer für CHF 666.–

Die vier grössten Skidestinationen im Berner Oberland, Adelboden-Lenk, Gstaad,
Meiringen-Hasliberg und die Jungfrau Ski Region lancieren für die Wintersaison 2017/18
ein gemeinsames Saisonabonnement. Für 666 Franken im Vorverkauf bietet dieses
freie Fahrt auf 666 Pistenkilometern der beliebten Berner Skiorte.
Das neue Abonnement wird mit einem Vorver-
kaufsrabatt lanciert. Bis zum 15. Dezember
2017 gibt es das Angebot für Erwachsene
zum Preis von CHF 666.–. Jugendliche zwi-
schen 16 und 19 Jahren bezahlen CHF 499.–
und Kinder zwischen 6 und 15 Jahren CHF 333.–.
Ab dem 16. Dezember 2017 gelten die re-
gulären Preise (CHF 950.– für Erwachsene,
CHF 710.– für Jugendliche und CHF 475.– für
Kinder). Senioren werden neu als Erwachsene
angesehen und Kleinkinder unter 6 Jahren er-
halten den Pass kostenlos.
Dieses Abonnement ersetzt das bisherige Sai-
sonabonnement der Jungfrau Ski Region. Ein-
zig das Spezialabonnement für Einheimische
wird es nach wie vor zu kaufen geben, wobei
dieses nur Gültigkeit für die Jungfrau Region
hat. Für Top4-Pässe werden keine Rabatte ge-
währt und die Tarifstruktur für Supersenioren
sowie Senioren bereinigt und abgeschafft.
Die Tages- und Mehrtagespässe der Jungfrau
Ski Region, der Subregionen Grindelwald-
Wengen sowie Mürren-Schilthorn sind von
den Änderungen nicht betroffen und im ge-
wohnten Rahmen bei allen Verkaufsstellen
in der Jungfrau Ski Region erhältlich. Das
SaisonaboPlus, welches in den vergangenen
Jahren von Adelboden-Lenk und der Jungfrau
Ski Region angeboten wurde, wird ebenso
nicht mehr weitergeführt wie diverse Koope -
rationen mit St. Moritz, Levi oder Lake Louise.
Hingegen bleibt die Kooperation mit Zermatt
bestehen.
Mit dem neuen Saisonabonnement Top4 ge-
winnt das Einzugsgebiet der vier Oberländer
Gebiete deutlich an Grösse und Attraktivität.
Damit sollen zusätzliche Wintersportler aus-
serhalb der Kantonsgrenzen Richtung West-
schweiz, Zentralschweiz, Zürich und Inner-
schweiz angezogen werden.
Informationen und Verkauf unter
Text:
Adrian Rösti
Mit dem neuen
Saisonabonnement
Top4 gewinnt das
Einzugsgebiet der vier
Oberländer Gebiete
deutlich an Grösse und
Attraktivität.
wieder eingescannt, um sie dann elektronisch
abzulegen. Dies ist nicht schlimm, aber etwas
umständlich.
Daniel:
Nutzt du auch den Team-Workspace
Lernende?
Pascal:
Ja, die Lernenden-Plattform nutze ich
regelmässig, lade mir die Dokumente herunter
und schaue nach den Aktualisierungen.
Daniel:
Welches Smartphone hast du und
gehst du damit auch ins Intranet?
Pascal:
Ich habe ein Samsung Galaxy S6 und
war damit noch nie im Intranet. Manchmal che-
cke ich meine E-Mails mit dem Webmail. Ab und
zu schaue ich mir vielleicht noch ein Dokument
von der Schule mit dem Smartphone an, aber für
das Arbeiten an Dokumenten ist es mir zu klein.
Das Smartphone ist für mich eher für die Frei-
zeit. Zuhause arbeite ich lieber am Computer,
zudem kann ich noch ein Surface Tablet für un-
terwegs nutzen, das ist praktisch und geht gut.
Das Projekt mit den Lernenden
In den letzten Wochen wurden der Team-Work-
space der Lernenden aufgeräumt, das Layout
verbessert und die Team-Agenda neu erstellt.
Die Verantwortlichen im HR können jetzt direkt
aus dem Outlook heraus Termine setzen und die
Workspace-Teilnehmenden können die Agenda
ins Outlook abonnieren, eine wesentliche Ver-
einfachung der Nutzung. Wir haben gesehen,
dass der Zugang zu den Systemen optimiert
werden muss. Weiter werden wir demnächst
mit allen Lernenden zusammensitzen und ihre
Anforderungen und Wünsche aufnehmen. Es
zeigt sich, dass der Ansatz, die Thematik My-
Site mit den Lernenden anzugehen, richtig war,
ihre Nutzung widerspiegelt die Komplexität mit
«mobilen» Mitarbeitenden ziemlich gut.
Wir freuen uns jedenfalls schon jetzt auf die
nächsten Schritte in diesem Projekt und Sie
werden sicher wieder von uns hören und lesen.
Text:
Daniel Steinmann
AKTUELLES
6

Neuer Pavillon auf dem

Harder Kulm eröffnet

Aufgrund der laufend gestiegenen Gästezahlen auf dem Harder wurde das bestehende
Restaurant mit einem zweigeschossigen Annexbau erweitert. Der neue Anbau mit
135 zusätzlichen Sitzplätzen wurde am 6. Juli 2017 eröffnet.
Der Neubau besticht durch zwei Panoramafas-
saden mit Blick auf das Dreigestirn im Süden
sowie nördlich auf das Gemmenalphorn und
wurde am 6. Juli 2017 zusammen mit gela-
denen Gästen und Medien feierlich eingeweiht.
Mit vor Ort war nebst dem CEO Urs Kessler und
weiteren Vertretern der Jungfraubahnen auch
Heinz Brügger, der Architekt des Siegerprojekts
«EMJ & G» (Eiger, Mönch, Jungfrau und Gem-
menalphorn). Seit Samstag, 8. Juli 2017 ist der
pavillonähnliche zweigeschossige Annexbau für
alle Gäste offiziell geöffnet. Er ist behinderten-
gerecht und komplett unterkellert mit einer inte-
grierten Produktionsküche sowie einer WC-An-
lage. Die Projektkosten beliefen sich auf rund
3,2 Millionen Franken.
Mit dem Anbau ist es den Jungfraubahnen ge-
lungen, das Restaurant-Angebot auf attraktive
Weise zu erweitern. Die zusätzlich 135 geschaf-
fenen Sitzplätze sind eine Reaktion auf die lau-
fend steigenden Gästezahlen auf dem Harder.
Text:
Patrizia Bickel
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
MEHR
INFOS
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
AKTUELLES
7

Neue Flug-Attraktion auf First

auf First

Seit anfangs August zieht ein Adler auf First seine Kreise. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen
nimmt er jeweils vier Gäste mit auf einen rasanten Flug in luftiger Höhe zwischen
First und Schreckfeld.
Termingerecht konnte die neue Ganzjahres-
Attraktion zwischen First und Schreckfeld, der
First Glider, seinen Betrieb aufnehmen. Mit
Geschwindigkeiten von bis zu 83 km/h kön-
nen vier Personen gleichzeitig, vergleichbar mit
einem Deltasegler, durch die Lüfte schweben.
Mit der neuen Attraktion auf First reagiert die
Firstbahn auf die stetig gestiegene Nachfrage
nach den Adventure-Angeboten auf ihrem Er-
lebnisberg.
Bessere Verteilung der Gäste
Der First Glider verläuft parallel zum bestehen-
den Firstflieger, womit an Spitzentagen eine Ver-
teilung der Gäste auf zwei Angebote erzielt wird.
An den übrigen Tagen lässt sich der Glider ideal
in die bestehende Erlebniskette mit Firstflieger,
Mountain Kart und Trottibike einschlaufen.
Erster Glider in der Schweiz
Die aus Österreich stammende Attraktion ist die
erste überhaupt in der Schweiz und mit dem spe-
ziellen Adlerdesign und einer verstärkten Antriebs-
leistung ein weltweites Unikum. Für den Bau des
Gliders wurde auf Schreckfeld ein Antriebs- und
Betriebsgebäude erstellt und auf First braucht es
nur einen Umlenkmasten. Durch den parallelen
Verlauf zum Firstflieger und der Gondelbahn glie-
dert sich die Anlage optimal in die Landschaft ein.
Zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen
Der Bau des First Gliders dauerte gut zwei
Monate. Die Projektkosten beliefen sich auf
1,5 Millionen Franken. Mit dem neuen Angebot
stärken die Jungfraubahnen die Positionierung
von Grindelwald-First «Top of Adventure».
Gleichzeitig wird die bestehende Erlebniskette
von First nach Grindelwald mit Firstflieger,
Mountain Carts sowie Trotti-Bikes durch den
First Eagle Glider entlastet und noch abwechs-
lungsreicher. Mittlerweile konnten mit dem Er-
lebnisangebot rund 18 neue Arbeitsplätze ge-
schaffen werden. Der Bereich stellt eine wichtige
Ertragsquelle für die Firstbahn dar.
Text:
Marco Luggen
TECHNISCHE DATEN ZUM FIRST EAGLE GLIDER
Fluglänge
800 m
Höhenunterschied
220 m
Talfahrt
23 m / s (83 km / h)
Bergfahrt
20 m / s (72 km / h) Sonderausführung
Kapazität
4 Personen / Fahrt; ca. 60 – 70 Personen / h
Zielgruppe
ab 10 Jahren mit mind. 130 cm Körpergrösse, max. 125 kg
Betrieb
Sommer & Winter, –15 °C bis +50 °C, bis 55 km / h Wind
Durch den parallelen
Verlauf zum First-
flieger und der Gondel-
bahn gliedert sich die
Anlage optimal in die
Landschaft ein.
First Glider mit Blick auf den Eiger.
MEHR
INFOS
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
8

Trends richtig abschätzen

Es ist genau ein Jahr her, als wir einen ersten Artikel zum Thema «Digitale Transformation»
in der Bähndler-Rövü Nr. 82 publizierten (www.jungfrau.ch/br). Schon damals dachten wir,
dass dies eigentlich eine Artikel-Serie werden müsste. Das Thema Digitalisierung ist
allgegenwärtig, fordert uns jeden Tag aufs Neue und, wie schon vor einem Jahr beschrieben,
ist sie für uns nichts Neues.
Die Kernaussage aus dem letztjährigen Artikel
wiederholen wir hier gerne:
Wir wollen innovativ sein und die Digita-
lisierung selber gestalten, wir wollen un-
serer Rolle als Pioniere gerecht werden.
Die Botschaft ist zwar nicht neu. Dennoch
sind wir im vergangenen Jahr nicht stehen
geblieben. Die Geschäftsleitung und der Ver-
waltungsrat haben den Auftrag erteilt, eine
Digitalstrategie 2022 zu entwickeln. Das
Kernteam Urs Siegenthaler, Niels Weber und
Daniel Steinmann hat mit Unterstützung von
Bramwell Kaltenrieder von exploit Manage-
ment Advisory die Arbeiten aufgenommen
und gemeinsam mit Entscheidungsträgern
aus den verschiedensten Bereichen der Jung-
fraubahnen teils hitzige und anstrengende
Workshops durchgeführt, Analysen gemacht.
Die Ergebnisse werden bis Ende Jahr syn-
thetisiert oder einfach ausgedrückt: Der Ge-
schäftsleitung wird die Digitalstrategie 2022
zur Genehmigung vorgelegt.
Dabei sollen u. a. diese 3 Schlüsselfragen geklärt
werden:
•
Welche Chancen will das Unternehmen aus
«digitalen» Entwicklungen (Markt, Gesell-
schaft, Technologie) in aktuellen und neuen
Geschäftsmodellen erschliessen?
•
Welche wirtschaftlichen Ziele verfolgen wir
dabei?
•
Welche Voraussetzungen müssen dafür ge-
schaffen werden?
Dabei geht es nicht darum, neue Informatik-
lösungen einzuführen, sondern digitale Trends
abzuschätzen und die möglichen Handlun -
gen daraus zu definieren – wissen, was zu tun
ist!
Von der Analyse zur Strategie
Damit das umfangreiche Themenfeld möglichst
komplett «beleuchtet» werden kann, hat die
Geschäftsleitung dem vorgeschlagenen Projekt-
vorgehen am 8. Mai 2017 zugestimmt.
AKTUELLES
Phasen und Ergebnisse
MEHR
INFOS
Die Ergebnisse der Analysephase wurden am
26. Juni von der Geschäftsleitung genehmigt.
Momentan sind wir mitten in der Phase 2 «Di-
gitalstrategie», welche die Basis für die Phase
3 «IT-Strategie» bilden wird.
Ergebnisse aus dem Projekt
Mit der Bestimmung der digitalen Reife stel-
len wir die wichtigsten Handlungsfelder zur
Erschliessung von Wachstums- und Verbesse-
rungspotenzialen fest und priorisieren diese.
Man könnte auch sagen, wir schätzen unsere
digitale Fitness ein.
Text:
Daniel Steinmann & Urs Siegenthaler
AKTUELLES

Top-Trends

Für die Jungfraubahnen konnten wir die nach-
folgenden 9 Top-Trends identifizieren:
FIT (Free Individual Traveler – Individual-
tourist):
Immer mehr internationale Touristen
organisieren ihre Reise selber.
Mobile Payment / Mobile Ticketing:
Die
Verbreitung und Nutzung von Smartphones
erfordert Mobile Payment und Mobile Ticketing.
Public Customer Feedback:
Bewertungs-
portale, Feedbacks von Freunden in sozialen Netz-
werken oder Online-Rezensionen sind massgeb-
liche Indikatoren für Entscheidungen geworden.
Digital Globalization / Market Transpa-
rency:
Digitale Plattformen schaffen effizien-
tere und transparente globale Märkte – unsere
aktuelle Preispolitik ist gefordert.
Big Data / Complex Event Processing /
Machine Learning:
Neben klassischen Un-
ternehmensdaten stehen immer mehr neue
Daten z. B. aus sozialen Medien, Smartphones
oder Sensoren zur Verfügung.
Mittels Complex Event Processing können grosse
Datenströme in Echtzeit auf bestimmte Mus-
ter analysiert werden. Neben der Feststellung
aktueller Ereignisse können solche z. B. mittels
Machine Learning auch vorhergesagt werden.
Veränderter Medienkonsum:
Online-Me-
dien (Internet, Mobile, Social Media) gewin-
nen gegenüber klassischen Medien eine immer
höhere Beachtung.
Internet Everywhere:
Ein Leben ohne Inter-
net ist für viele Menschen kaum mehr denkbar.
Entsprechend wünschen sie jederzeit mög-
lichst kostenlosen, schnellen Internet-Zugriff.
Augmented & Virtual Reality:
AR: Computergestützte Erweiterung der Rea-
litätswahrnehmung durch die visuelle Darstel-
lung von Informationen.
VR: Darstellung und gleichzeitige Wahrneh-
mung der Wirklichkeit in einer in Echtzeit
computer-generierten, interaktiven virtuellen
Umgebung.
Simplicity:
Mittels einfachen Produkten und
Lösungen wird das Leben des Konsumenten
einfacher. Dies zahlt sich für Unternehmen aus.
Weitere Trends mit tiefer Priorität:
Drohnen, Social Communities, Pay Per Use und
Internet of Things.
Damit haben Sie an dieser Stelle einen ersten
Einblick in unsere Arbeiten und Überlegungen
erhalten. Es stehen bereits wieder Workshops
an, der nächste zum Thema: «Stossrichtungen
und Ziele». Wir werden weiter in der Bähnd-
ler-Rövü über die Fortschritte des Projekts, die
wichtigen Entscheidungen und auch die weitere
Entwicklung in Sachen Digitalisierung berichten.
Text:
Daniel Steinmann und Urs Siegenthaler
Digitale Reife der Jungfraubahnen
Das Thema Digitalisie-
rung ist allgegenwärtig
und verfolgt uns jeden
Tag aufs Neue.
Bähndler-Rövü Nr. 85 | September 2017
9